
Fallbericht Miska: Polytrauma des Karpus und Taschenlappenplastik
erstellt am 10. März 2025
Anamnese
Miska, ein lebhafter Whippet, wurde nach einem Unfall am rechten
Karpalgelenk schwer verletzt in der Notaufnahme der Tierklinik
Hofheim vorgestellt.
Der Unfall ereignete sich, als Miska beim ausgelassenen Spielen mit einem Windhundfreund auf dem glatten Boden ausrutschte und unglücklich gegen eine Treppenstufe stieß. Nach der Verletzung verweigerte sie jede Belastung des rechten Vorderlaufs und zeigte eine schwere Lahmheit. Miska hatte keine bekannten Grunderkrankungen, abgesehen von einer Futtermittelunverträglichkeit. Ihr Appetit und das Trinkverhalten waren bis dahin normal, und sie konnte sich bis zum Unfallereignis ohne Einschränkungen bewegen.
Erstuntersuchung
In der Notaufnahme wurde Miska genau untersucht. Trotz des
offensichtlichen Schmerzes und der leichten Aufregung (bedingt
durch eine erste Schmerzbehandlung mit einem Opioid) war ihr
Allgemeinzustand stabil. Ihre Vitalparameter lagen im Normbereich,
aber die Palpation des Karpalgelenks zeigte eine erhebliche
Achsenabweichung und Instabilität (vgl. Bild 1).
Diagnostik
Zur weiteren Abklärung wurde der rechte Karpus geröntgt. Die Bilder
zeigten eine Luxation des carpometacarpalen Gelenks sowie mehrere
Trümmerfrakturen der Metakarpalknochen 1, 2 und 5. Diese Befunde
wurden durch eine Computertomographie (CT) präzisiert, die eine
vollständige Luxation und eine seitliche Deviation des
Karpalgelenks um etwa 155 Grad bestätigte. Aufgrund der vielen
kleinen Knochenfragmente erschien eine Rekonstruktion des Gelenks
unrealistisch, weshalb eine Arthrodese (operative
Gelenkversteifung) als beste Therapieoption empfohlen wurde (vgl.
Bilder 2-4).
Therapie und chirurgischer Eingriff
Miska wurde nach einer initialen Schmerztherapie stationär
aufgenommen, um am Folgetag operiert zu werden. Die
arthrodesierende Operation wurde mittels LCP T-Platte zur
Stabilisierung des Gelenks durchgeführt. Die postoperative
Versorgung umfasste Schmerzmanagement, Antibiotikatherapie sowie
eine engmaschige Überwachung. Eine Röntgenkontrolle bestätigte eine
gute Ausrichtung der Frakturenden und eine korrekte Platzierung der
Implantate (vgl. Bilder 5-7).
Postoperative Komplikationen und
Wundmanagement
Trotz der chirurgischen Stabilisierung entwickelten sich im Verlauf
Komplikationen. Am zwölften Tag nach der Operation trat eine
Nahtdehiszenz mit leicht übelriechendem Wundexsudat auf. Eine
Wundrevision unter Narkose zeigte nekrotisches Gewebe und eine
Teilruptur der Strecksehne, die operativ versorgt wurde (vgl.
Bilder 8,9). Diese Art der Wundheilungsstörung ist nicht
ungewöhnlich, da eine Heilung der gerade beim Whippet sehr dün
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Themengebiete
Autor:innen
TÄ Lena Fritz: Fachtierärztin für Chirurgie der Kleintiere; Oberärztin Orthopädie in der Tierklinik HofheimEin interessanter Beitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.