
Quelle: privat, Gaby Hurink
Exkurs Ziegenzahnheilkunde
erstellt am 4. Januar 2025
Exkurs: Meine Erfahrung mit der Ziegenzahnheilkunde
Manchmal führt einen die Routine in neue Welten – so passierte es mir bei einem Besuch zur jährlichen Pferdezahnbehandlung. Es stellte sich heraus, dass nicht die Pferde die Hauptpatienten waren, sondern ihre beiden Mitbewohner: zwei Burenziegen namens David und Goliath, beide 12 Jahre alt. Die Besitzerin besaß sie seit der Geburt und hatte bereits bemerkt, dass sie zunehmend abbauten und trotz mehrmaliger parasitärer Vorbehandlungen keine deutliche Verbesserung zeigten. Erst beim Abtasten bemerkte ich die starke Abmagerung der beiden. Bei der unsedierten Voruntersuchung waren riesige Zahnhaken an den letzten Oberkieferbackenzähnen und zum Teil messerscharfe und erhabene Zahnspitzen zu erkennen.
Anästhesie – aber wie?
Als Tierärztin, die sich primär auf
Pferdezähne spezialisiert hat, war dies eine ungewohnte
Herausforderung. Die Empfehlung von erfahrenen Kolleg:innen aus der
kleinen Wiederkäuer-Medizin lautete, Ketamin 100 mg/ml (max. 10
mg/kg KGW) als Monopräparat entweder i.v. oder i.m. zu verwenden.
Ich fragte zweimal nach, da ich bislang Ketamin noch nie einzeln
zur Anästhesieeinleitung verabreicht hatte.
Aber nun, Ziegen sind ja auch eben spezielle Tiere…
Gesagt, getan. Ich injizierte knapp 3 ml Ketamin pro Ziege, in die Oberschenkelmuskulatur, die jeweils etwa 45 kg wogen – etwas weniger als die empfohlene Dosierung von 1 ml/10 kg Ziege. David und Goliath waren schließlich nicht in der besten Verfassung. Und es hat vollkommen ausgereicht. Die Ziegen waren sehr schnell in einem optimalen Zustand für die geplante Zahnbehandlung. Wir positionierten sie in Brust-Bauchlage über einem Heuballen – eine Pansenaufgasung konnte ich schließlich nicht gebrauchen.
Die Herausforderung der Zahnbehandlung
Während der Behandlung wurde schnell klar, dass Ziegenzahnheilkunde ihre eigenen Tücken hat. Das verstärkte Speicheln erschwerte die Untersuchung mit dem Zahnendoskop und die Behandlung ein wenig,
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