
Platz zum Ausweichen ist für deprivierte Hunde ebenso wichtig, wie die Körpersprache der Therapeut:innen.
Quelle: Dr. Astrid Schubert
Veränderungen des Gehirns beim Deprivationssyndrom - Ursachen, Auswirkungen und Lösungen
erstellt am 7. März 2025
Hunde, die in einer reizarmen Umgebung aufgewachsen sind, haben ein erhöhtes Risiko, ein sogenanntes Deprivationssyndrom zu entwickeln. Symptome sind höhere emotionale Amplituden, die sich je nach Hund als gesteigerte Ängstlichkeit, aggressivem Verhalten, Hypo- und Hyper-Zuständen oder anderen Auffälligkeiten zeigen. Welche strukturellen Veränderungen führen zu diesen Verhaltensanomalien?
Veränderungen im Hundegehirn bei Deprivation
Studien zeigen, dass sowohl die Struktur als auch die Funktion des Gehirns bei Hunden mit Deprivationssyndrom signifikant verändert ist. Eigentlich auch kein Wunder, kommen unsere Nesthocker – im Vergleich mit Nestflüchtern – doch relativ unreif zur Welt. Blind, taub, nicht in der Lage zu stehen oder zu laufen. Hier hat die Natur dafür gesorgt, dass nach der Geburt eine besonders steile Lern- und Erfahrungskurve folgen muss. Nicht umsonst gehört der Hund zum anpassungsfähigsten Tier unserer menschlichen Kultur. Dieser Zuwachs an physischen wie mentalen Skills hängt mit der enormen Neuroplastizität des juvenilen Hundegehirns zusammen.
In dieser sensiblen Entwicklungsphase ist die Fähigkeit zur Bildung neuer neuronaler Verbindungen, zur synaptischen Umstrukturierung und zur Expression von Wachstumsfaktoren, wie BDNF besonders ausgeprägt. Diese hohe neuronale Formbarkeit ermöglicht es den Welpen, sich optimal an ihre spezifische Umwelt anzupassen und die notwendigen körperlichen und kognitiven Fähigkeiten zu entwickeln. Die unreife Geburt erweist sich dabei als evolutionärer Vorteil, da sie eine maximal umweltangepasste Entwicklung ermöglicht. Besonders wichtig
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Autor:innen
Dr. Astrid Schubert, www.verhaltenstherapie-tier.deEin interessanter Beitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.