
Kottransplantation beim Kleintier: Chancen, Grenzen und aktuelle Erkenntnisse
erstellt am 12. März 2025
Kottransplantation beim Kleintier: Mechanismen, Indikationen und Durchführung
Die Kottransplantation, auch fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) genannt, ist ein therapeutischer Ansatz zur Wiederherstellung der Darmmikrobiota durch die Übertragung von aufbereitetem Kot eines gesunden Spenders auf einen Empfänger. Während dieses Verfahren in der Humanmedizin bereits etabliert ist, gewinnt es zunehmend an Bedeutung in der tiermedizinischen Praxis – insbesondere bei Hunden und Katzen. Doch wie wirkt diese Methode genau, welche Indikationen sprechen für ihren Einsatz, und wie wird sie optimal durchgeführt?
Die Rolle der Darmmikrobiota: Warum eine Transplantation helfen kann
Die intestinale Mikrobiota (früher als Darmflora bezeichnet) spielt eine essenzielle Rolle für die Gesundheit des Wirts. Sie beeinflusst nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem, den Stoffwechsel und neurologische Funktionen. Ein Ungleichgewicht (Dysbiose) kann zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen – von chronischen Durchfallerkrankungen über allergische Reaktionen bis hin zu neurologischen Störungen. Eine fäkale Mikrobiota-Transplantation dient dazu, eine gestörte Darmflora mit einer diverseren und stabileren Mikrobiota zu ersetzen, die zahlreiche positive Funktionen übernimmt:
- Reduktion pathogener Bakterien durch Konkurrenzmechanismen
- Modulation des lokalen und systemischen Immunsystems
- Förderung der Schleimhautintegrität und Reduktion von Entzündungsreaktionen
- Unterstützung der Fermentation von Nährstoffen und der Produktion kurzkettiger Fettsäuren
Indikationen: Wann ist eine FMT sinnvoll?
Die Kottransplantation kann vor allem bei resistenten und chronischen Dysbiosen eine therapeutische Option darstellen. Wissenschaftliche Veröffentlichungen und klinische Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass sie insbesondere in den folgenden Anwendungsbereichen wirkungsvoll sein kann:
- Chronische Enteropathien: FMT kann in Fällen von antibiotikaresistenten oder idiopathischen chronischen Durchfallerkrankungen zu einer Erholung der Darmflora beitragen.
- Antibiotika-assoziierte Dysbiose: Nach längerer Antibiotikagabe kann eine Kottransplantation helfen, die Mikrobiota schneller zu regenerieren.
- Clostridium perfringens assoziierte Erkrankungen: Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei Hunden mit rezidivierenden Clostridien-Infektionen.
- Parasitär bedingte Darmerkrankungen: Nach erfolgreicher Eliminierung von Parasiten kann eine FMT helfen, die geschädigte Mikrobiota wieder aufzubauen.
- Neurologische Erkrankungen:
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