
Wenn Gorillas Gehälter zahlen: Wie Tehanu mit „Interspecies Money“ Artenschutz neu denkt
erstellt am 1. April 2025
Kann ein Berggorilla sein eigenes Geld verwalten? Klingt absurd – ist es aber nicht. Denn genau diese Frage stellt sich das Technologieunternehmen Tehanu mit seinem revolutionären Konzept: „Interspecies Money“. Die Idee dahinter? Tiere erhalten eigene Budgets, die sie – vermittelt durch KI und Sensorik – in den Schutz ihrer selbst und ihrer Umwelt investieren können.
Was sich wie Science-Fiction liest, wird bereits erprobt: In den Wäldern Ruandas verwaltet eine Familie von 19 Berggorillas bereits ihren eigenen „Topf“. Ein digitales Konto, gespeist aus Fördermitteln, Spenden oder institutioneller Unterstützung. Aber wie genau soll ein Gorilla wissen, wie dieses Geld eingesetzt wird?
Künstliche Intelligenz als Sprachrohr für Tiere
Tehanus System nutzt Sensoren, Kameras und KI, um Bedürfnisse der Tiere zu erkennen: Ein Gorilla humpelt auffällig? Ein Algorithmus identifiziert den potenziellen Behandlungsbedarf. Eine Wildkamera entdeckt eine Schlinge? Das System meldet eine Gefahrenquelle.
Anstatt nun Behörden oder NGOs aufwändig zu informieren, setzt Tehanu auf ein cleveres Prinzip: eine „Gig Economy für die Natur“. Per Plattform werden lokale Arbeitskräfte – etwa Ranger, Tierärzt:innen oder Gemeindemitglieder – beauftragt, konkrete Aufgaben zu übernehmen. Sobald der Auftrag erledigt ist, fließt die Bezahlung. Effizient, lokal und nachvollziehbar.
Tiere als aktive Teilnehmer im Naturschutz
In der Logik von Tehanu sind Tiere nicht länger bloße Schutzobjekte, sondern aktive Auftraggeber im Dienste ihrer selbst und ihrer Ökosysteme. Der Effekt: Transparenz in der Mittelverwendung, stärkere lokale Einbindung, neue Jobs im ländlichen Raum – und ein radikal neuer Blick auf Artenschutz.
Tehanu sieht sich nicht als Idealistenclub, sondern als Technologieunternehmen mit Vision. 2025 soll das Pilotprojekt auf alle Gorillas Ruandas ausgeweitet werden. Parallel läuft die Vorbereitung für ein weiteres Artenschutz-Experiment: Der strohfarbene Flughund, eine Schlüsselspezies für die Samenverbreitung in Zentralafrika, soll ebenfalls „Geld sprechen“ können.
Vision
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